Das deutschsprachige Informationsportal zur weltweiten Sozialforum-Bewegung  
Das deutschsprachige Informationsportal
zur weltweiten Sozialforum-Bewegung
www.weltsozialforum.org

 
 

Berichte

Gegengipfel

"Wir wollen die Globalisierung im Interesse aller"

(von Der Spiegel

Während in New York die Wirtschafts- und Politikelite beim World Economic Forum die Lage der Welt erörtert, beraten im brasilianischen Porto Alegre 50.000 Globalisierungskritiker ihr Gegenkonzept zur Überwindung der Spaltung in Arm und Reich.

Porto Alegre - Das zweite Weltsozialforum in Brasilien begann mit einer Großdemonstration gegen die geplante pan-amerikanische Freihandelszone von Alaska bis Feuerland. Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Luiz Inacio Lula da Silva der linksliberalen "Partei der Arbeiter" (PT) erklärte, mit dem Handelsabkommen drohe die Annektierung Lateinamerikas durch die USA. Lula forderte, die Bewegung der Globalisierungskritiker solle dafür kämpfen, dass das Abkommen nicht in Kraft trete, sofern nicht die Interessen aller Teilnehmer gewahrt würden. Auch der amerikanische Philosoph Noam Chomsky kritisierte das Handelsabkommen. Es konzentriere "die Macht auf einer Seite und die Bevölkerung auf der anderen". Gleichzeitig warnte Chomsky die Versammlung davor, sich in die Ecke der Antiglobalisierer drängen zu lassen. "Wir wollen die Globalisierung im Interesse der Weltbevölkerung. Sie wollen die Globalisierung als ihre besondere Form der Unternehmensglobalisierung," sagte Chomsky. Das fünftägige Treffen in Porto Alegre ist eine Gegenveranstaltung zum gleichzeitig stattfindenden Weltwirtschaftsforum in New York. Die Teilnehmer haben sich die Überwindung von Armut und Not auf der südlichen Erdhalbkugel zum Ziel gesetzt. In mehr als 100 Seminaren und über 700 Workshops wollen sie über Konzepte beraten, mit denen die Schuldenkrise der Entwicklungsländern die geltende Welthandelsordnung überwunden werden kann, die einseitig den reichen Staaten und den multinationalen Konzernen zugute kommt. Zu den Rednern gehört neben Chomsky auch der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel. Im nächsten Jahr soll das Forum ein weiteres Mal in Porto Alegre stattfinden, ehe sich die Teilnehmer dann gleichzeitig an verschiedenen Orten der Erde treffen wollen.

 

« zurück zur Übersicht

 

Aus www.weltsozialforum.org, gedruckt am: Sa, 28.05.2022 ©
weltsozialforum.org ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.
Besuchen Sie www.weitblick.net unter www.weitblick.net

 

drucken
schliessen
nach oben