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Berichte

Stattfinden des Weltsozialforum 2026 in Bénin

Inzwischen ist endlich klar in welchem Umfang das geplante WSF in Cotonou tatsächlich stattfinden kann.

# Stand 09.08.2026

Da auf dem Facebook-Account der lokalen Organisatoren des WSF 2026 bereits ein Video des Abschlussmarsches gepostet wurde und Stand 09.08.2026 01:15 Uhr Beniner Zeit auch auf der offiziellen WSF-Website keine Workshops für den 09.08.2026 mehr angekündigt werden ist vermutlich davon auszugehen, dass an diesem Tag nur noch die im Rahmenprogramm ursprünglich für den 08.08.2026 vorgesehene große abschließende Zusammenfassung (sogenannte "Assemblée des convergences") stattfindet, die methodisch am Vormittag in einer gemeinsamen interaktiven Aktion namens"Journée ATCHAKPODJI" vorbereitet werden, und auf der teilnehmende Einzelpersonen und Organisationen Ankündigungen machen können, die jedoch gemäß der WSF-Charta der Grundprinzipien keine Abschlusserklärung im Namen aller beinhalten dürfen.

# Stand 07.08.2026

Gestern Nachmittag ist tatsächlich die zurückgewiesene Karawane in Cotonou eingetroffen.

Eine Eröffnungsdemonstration gab es nicht mehr aber eine große Eröffnungsveranstaltung am Abend.

Das WSF 2026 wird um einen Tag verlängert und endet damit offiziell erst am 09.08.2026

Da heute erst die Universitätsräume erstmalig genutzt werden können wird es sehr wahrscheinlich im Ablauf erneut zu organisatorischen Verzögerungen kommen und bei angebotenen Hybrid-Veranstaltungen eventuell keine Online-Teilnahme realisiert werden können.

# Stand 06.08.2026

Wie inzwischen aus Teilnehmer*innenkreisen bekannt wurde verweigerten offenbar die beninischen Behörden in den vergangenen Tagen weiteren Anreisenden die Einreise. Aktivist*innen vor Ort verurteilten, dass Delegierte aus Haiti, Uganda, Finnland und Schweden, die mit dem Flugzeug zum Forum angereist waren, die Einreise nach Benin am Flughafen verwehrt wurde. Die betroffenen Personen wurden direkt mit den nächsten Rückflügen ausgewiesen und erhielten erst in ihren Heimatländern ihre Pässe zurück.

Die westafrikanische Karawane mit mehreren Bussen mit insgesamt etwa 400 Teilnehmenden, welche am 04.08.2026 von Benin nach Togo abgeschoben wurde, darf wohl heute nach diversen Bemühungen der Zivilgesellschaft doch wieder einreisen.

Vor Ort versuchen erfolgreich Angereiste weiterhin zu improvisieren. Aus dem Ausland gab es erste Bekundungen der Solidarität mit ihnen wie z.B. vom Internationalen Friedensbüro (IPB).

Parallel dazu haben sich das lokale WSF-Organisationskomitee, der Internationalen Rat des WSF und Teilnehmer*innen des Weltsozialforums unermüdlich für die Öffnung der Räume auf dem Gelände der Universität Abomey-Calavi in Cotonou eingesetzt. Nachdem es nunmehr anscheinend eine Zustimmung des Innenministers der Republik Benin zur Durchführung des WSF gibt hoffen alle, dass ab heute endlich die Räumlichkeiten auf dem Uni-Gelände tatsächlich für Veranstaltungen genutzt werden können.

# Stand 05.08.2026

Am 04.05.2026 sollte das WSF in Cotonou / Bénin eigentlich mit der traditionellen Eröffnungsdemonstration beginnen. Dazu sollte die Ankunft der Mobilisierungskarawanen bestehend aus drei Buskolonnen (zwei aus Westafrika, eine aus Südafrika) abgewartet werden. Eine der westafrikanischen  Kolonnen wurde jedoch wenige Kilometer vor Cotonou von Militär gestoppt und nach Togo eskortiert. Die Teilnehmer*innen - Mitglieder der westafrikanischen  Landrechtsbewegung "Vereinigung der Kämpfe für Land, Wasser und bäuerliches Saatgut" CGLTE-WA) - halten sich zur Zeit in Lomé / Togo auf. Nach mehr als sechzehn Tagen auf der Straße und Tausenden von Kilometern, die diese Karawane quer durch Westafrika zurückgelegt hat, setzen sich die Teilnehmenden weiterhin für Ruhe, Disziplin, Respekt gegenüber den Behörden und Gewaltfreiheit ein. 

Darüber hinaus wurden anscheinend auch in Cotonou zentrale für das WSF vorgesehene Veranstaltungsräume von der Regierung geschlossen. 

Aktuell finden Gespräche zwischen dem Internationalen Rat des WSF und der Regierung von Bénin statt.

Vor diesem Hintergrund versuchen sich die Veranstalter*innen vor Ort selbständig neu zu organisieren. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten finden wohl dennoch zumindest einige der geplanten Workshops statt wie zum Beispiel die vom "Rethinking Security in Africa Network".

# Stand 24.07.2026

Es gibt anscheinend innerhalb der Regierung in Bénin unterschiedliche Meinungen zur Frage, ob und wie die Regierung das Weltsozialforum in Cotonou zulassen soll und die Sicherheit der Veranstaltung garantieren kann. 
Die örtlichen WSF-Organisator*innen haben alles Mögliche in Bewegung gesetzt inklusive verschiedener Treffen mit Regierungsmitgliedern.  

Ursachen

Die Gründe, warum die Regierung bislang weiterhin an ihrer kurzfristigen Absage ihrer Unterstützung des Forums festhält, sind unklar. Klar ist, dass es innerhalb der Regierung unterschiedliche Auffassung zur Unterstützung des Forums gibt. Gründe, warum die nationale Unterorganisation der Convergence in Benin ebenfalls für eine Absage plädiert, sind wahrscheinlich, dass diese Angst haben, ihren legalen Status oder ihre Position zu verlieren, wenn sie sich über die Regierung hinwegsetzen. Es gibt aktuell keine bestätigten Hinweise darauf, dass ein Grund die Sicherheit des Forum sein könnte. Die Convergence, aber auch die deutsche Botschaft als auch Informant*innen aus der britischen und US Botschaft haben auf Anfrage mitgeteilt, dass sie keinerlei akuten Informationen bzgl. einer Bedrohung für die  Sicherheitslage des Forums haben.

Mögliche Folgen

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Weltsozialforum kurz vor Beginn unter Druck steht und der tatsächliche Ablauf noch unklar ist. Laut Francisco Mari von Brot für die Welt gab es bereits bei früheren Weltsozialforen in Brasilien, im Senegal und in Kanada Unklarheiten, in welcher Form das Weltsozialforum am Ende stattfindet. In allen Fällen hat jedoch das Weltsozialforum letztendlich stattgefunden. Diese Foren wurden jedoch teilweise am Ende nicht von der Regierung oder Stadt offiziell unterstützt, jedoch leicht im Programm eingeschränkt und als private Veranstaltung geduldet. Es könnte ein Möglichkeit sein, dass es auch diesmal so kommen kann.

Anzeichen dafür, dass das Weltsozialforum 2026 von der Regierung Benins mindestens geduldet wird sind, dass bisher keine Fälle bekannt sind, in denen Personen, die zum Forum anreisen, an der Einreise gehindert oder ausgewiesen wurden. Zudem findet das Forum in der Universität Abomey-Calavi statt - die nicht der Regierung Benins sondern der Stadt untersteht. Es ist also am Ende - außer die Regierung schreitet aktiv ein - die Entscheidung der Stadt und der Universität selbst, ob die Räumlichkeiten für das Weltsozialforum genutzt werden können. Bisher gibt es von der Stadt keine Anzeichen, dass diese das Weltsozialforum nicht unterstützt. Dies sind jedoch nur Anzeichen für eine Duldung; es ist momentan noch unklar ob es am Ende so oder anders sein wird.  


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