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Berichte

Internationaler Rat des Weltsozialforums startet globale Mobilisierung von Afrika aus

Bericht vom Treffen des International Rates des WSF vom 28. bis 30. Juli 2025 in Cotonou / Benin

(von Asia Pacific Social Forum)




Der Internationale Rat (IC) des Weltsozialforums (WSF) hat auf einer wegweisenden Konferenz vom 28. bis 30. Juli 2025 in Cotonou, Benin, offiziell den Organisationsprozess für das Weltsozialforum 2026 (FSM 2026) eingeleitet. Die dreitägige Veranstaltung brachte afrikanische und internationale soziale Bewegungen, Jugend- und Frauengruppen, ländliche Gemeinschaften, Intellektuelle, Diaspora-Netzwerke und Vertreter der beninischen Regierung zusammen, um gemeinsam eine transformative globale Mobilisierung zu gestalten, die in der afrikanischen Realität verwurzelt ist. Die Eröffnungszeremonie markierte einen eindrucksvollen Auftakt. Die Redner betonten, wie wichtig es sei, dass das FSM 2026 die gelebten Erfahrungen, Alternativen und Visionen von Basisgemeinschaften weltweit widerspiegelt. Massa Koné, Sprecher der Globalen Konvergenz von Land und Wasser – Westafrika, hob hervor, dass Cotonou nicht nur ein Ort auf der Landkarte des Forums sein solle, sondern ein Symbol für einen historischen Wendepunkt in den globalen sozialen Kämpfen und dem Widerstand der Bevölkerung. Ein eindrucksvolles und symbolträchtiges Logo für die Föderierten Staaten von Mikronesien 2026 wurde enthüllt. Es repräsentiert die Einheit der Völker, den kulturellen Reichtum Afrikas und die gemeinsame Hoffnung auf eine bessere Welt.

Zu den zentralen Themen des Treffens zählte die Schnittstelle zwischen Klimaresilienz und Agrartransformation. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Den Auswirkungen des Klimawandels und der konventionellen Landwirtschaft begegnen: Welche Alternativen gibt es?“ löste eine angeregte Debatte zwischen Umweltschützern, Landwirten, Jugendvertretern und zivilgesellschaftlichen Akteuren aus. Es wurden Bedenken hinsichtlich klimabedingter Gefahren wie Dürren, Bodenerosion und Biodiversitätsverlust sowie der schädlichen Folgen chemieabhängiger konventioneller Landwirtschaft geäußert. Die Redner plädierten für Agrarökologie als eine menschenzentrierte Alternative, die auf lokalem Wissen, widerstandsfähigem Saatgut und Harmonie mit der Natur basiert. Teilnehmer aus Ländern wie Burkina Faso, Mali und Senegal tauschten ihre Erfahrungen aus und bekräftigten, dass Agrarökologie nicht nur eine Methode, sondern eine soziale Bewegung ist, die sich für Ernährungssouveränität und ökologische Gerechtigkeit einsetzt. Das Engagement und die Verfügbarkeit der Regierung von Benin wurden als entscheidend für den Erfolg von FSM 2026 hervorgehoben.



Am letzten Tag verlagerte der Rat seinen Fokus auf die interne Moderation und strategische Planung und verfolgte dabei einen partizipativen Ansatz, der einen inklusiven Dialog über Regierungsführung, Mobilisierung und thematische Schwerpunkte förderte. Der Rat bekräftigte vier übergeordnete thematische Prioritäten: soziale Gerechtigkeit, Souveränität der Völker, Frauenrechte und feministische Kämpfe sowie ökologische Transformation. Die Teilnehmenden betonten die Wichtigkeit umfassender Beteiligung und forderten eine stärkere Einbeziehung von Jugendlichen, der Diaspora, ländlichen Gemeinschaften und Minderheiten. Die Klärung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Folgemechanismen innerhalb der Moderationsstruktur war ebenfalls ein zentrales Ergebnis. Ein strategischer Kommunikations- und Mobilisierungsplan wurde vorgestellt, der darauf abzielt, lokale, regionale und globale Akteure durch Basisarbeit, Partnerschaften mit alternativen Medien und eine breitere Einbindung von Intellektuellen und Aktivisten zu mobilisieren. Zum Abschluss seiner Arbeit verabschiedete der Rat einen soliden operativen Rahmen für die Kontinuität, der die Organisation nationaler und regionaler Mobilisierungstreffen, die Bildung thematischer und geografischer Mobilisierungskomitees, Öffentlichkeitskampagnen sowie eine offizielle Pressekonferenz und ein Treffen mit dem Innenminister von Benin umfasst.


Ein Höhepunkt des letzten Tages war der Asien-Afrika-Dialog über Partizipations- und Mobilisierungsdynamiken für das Weltsozialforum 2026. Sozialaktivisten aus Asien und Afrika kamen zusammen, um gemeinsame Strategien zur Stärkung der interregionalen Partizipation und Zusammenarbeit zu erörtern. Arjun Karki, Mitglied des Internationalen WSF-Rats aus Nepal, betonte die Bedeutung der Solidarität zwischen Asien und Afrika und wies auf die gemeinsamen soziopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen hin. Er bekräftigte die Unterstützung Asiens bei den Mobilisierungsbemühungen, einschließlich der Kontaktaufnahme mit chinesischen Teilnehmern, und hob die Notwendigkeit hervor, die Sichtbarkeit beider Regionen in globalen Foren zu erhöhen. Im Verlauf des Dialogs schlug Ardo Sow, Koordinator des WSF2026-Organisationskomitees in Benin, vor, dass Asien die Beteiligung der Internationalen Landkoalition (ILC) am bevorstehenden Forum erleichtern solle. Als Zeichen gegenseitiger Solidarität luden die asiatischen Teilnehmer das FSM-2026-Team zum Asien-Pazifik-Sozialforum ein, das vom 1. bis 5. November 2025 in Bangkok, Thailand, stattfinden soll. Um eine enge Koordination zu gewährleisten, schloss das Treffen mit der Vereinbarung, eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe zu gründen, um die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Asien und Afrika im Vorfeld der FSM 2026 zu unterstützen.


 

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